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Genderanalyse

Die Anwendung von Gender Mainstreaming auf die eigene Organisation und die eigene Bildungspraxis erfordert als ersten Schritt eine gründliche Erfassung und Beschreibung der Ausgangssituation - eine Genderanalyse.

Was ist eine Genderanalyse?

Voraussetzungen für eine Genderanalyse sind ein angemessenes Verständnis von Gender und das Wissen über Geschlechterverhältnisse.

Die Genderanalyse fragt nicht allein, wie Individuen auf Basis ihrer geschlechtlichen Zuordnung handeln. Vielmehr fragt sie, in welcher Weise das zu untersuchende Feld (die Organisation) durch das Gendersystem strukturiert wird. In einer Genderanalyse geht es darum, Bedingungen struktureller Ungleichheit transparent zu machen.

Es geht um das Aufspüren der strukturellen Verankerung von Privilegien und Diskriminierung. Erst wenn die Bedingungen der alltäglichen Reproduktion geschlechtshierarchischer Verhältnisse transparent sind, können Gleichstellungsziele formuliert und Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden (nach Elli Scambor, Forschungsstelle der Männerberatung Graz und der GenderWerkstätte Graz).

Interne Genderanalyse mittels 4R-Methode

Viele Organisationen und Teams nutzen zur internen Genderanalyse die 4R-Methode:

Dabei analysieren interne Arbeitsteams (teilweise extern unterstützt) ihre Organisation nach den Kategorien:

  • "Wie sind die Funktionen verteilt?" - Repräsentation
    Anteil weiblicher Führungskräfte, Geschlechterverteilungen nach Fachbereichen …
  • "Wie sind die Ressourcen verteilt?" - Ressourcen
    Löhne, Fortbildung, Budgets, Nutzen der Dienstleistung …
  • "Warum, wodurch funktioniert das so?" - Realitäten
    Begründungen, Tiefenstrukturen, Kulturen, Traditionen …
  • "Wer darf was?" - Rechte
    Formelle und informelle Rechte, Ansprüche, Freiheiten …

Der Nachteil interner Genderanalysen ist die Problematik, dass die blinden Flecken und die tabuisierten Bereiche der Organisation für Organisationsmitglieder nicht erfassbar bzw. ansprechbar sind. Häufig fehlt zu Beginn von Gender-Mainstreaming-Prozessen auch Genderwissen und Genderkompetenz.

Wissenschaftliche Genderanalysen in Organisationen

Für die Erstellung einer fundierten und umfassenden Genderanalyse einer (Bildungs-) Organisation und deren Bildungspraxis wird die Beauftragung externer WissenschafterInnen / GenderforscherInnen empfohlen. Angewandte Methoden der Genderanalyse in Organisationen sind dabei: quantitative Analysen der verfügbaren Daten und Statistiken, Literaturrecherche, Dokumentenanalyse, Erhebung von Personalstatistiken, MitarbeiterInnenbefragungen, ExpertInneninterviews.

Die aufbereiteten Analyseergebnisse werden in der Organisation präsentiert und breit diskutiert und führen in der Folge zu fundierten Gleichstellungszielen und seriösen Umsetzungsprozessen.

Weitere Informationen und AnbieterInnen

GenderWerkstätte

Gender Research, Forschungsbüro der Männerberatung Graz

Im Kontext Institut für Organisationsberatung, Gesellschaftsforschung, Supervision und Coaching

Institut für Höhere Studien (IHS)

Joanneum Research - Institut für Technologie- und Regionalpolitik

Peripherie - Institut für praxisorientierte Genderforschung

Solution - Sozialforschung & Entwicklung

Linktipp

Work Changes Gender: Das interdisziplinäre EU-Forschungsprojekt hat Zusammenhänge von veränderten Arbeitsbedingungen, dem Selbstbild von Männern und den Geschlechterverhältnissen in sechs Ländern untersucht.

www.work-changes-gender.org

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