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Sexuelle Differenz

Diese Theorie wurde von den so genannten "Mailänderinnen", einer Philosophinnengruppe in Mailand, in den 1980er-Jahren entwickelt. Sie kritisierten an der Gleichheitstheorie, dass die Gleichstellung die Anpassung von Frauen an die männliche Norm fördere. Sie stellten ihr die Annahme entgegen, dass Frauen und Männer per se unterschiedlich seien. Die Eigenart des Weiblichen - die weibliche Differenz - würde durch die patriarchale Gesellschaft unterdrückt. Sie traten für eine Aufwertung des Weiblichen ein.

Aus dieser Theorie entspringt jene Frauenpolitik, die sich für die Sichtbarkeit von Frauen und eigene Frauenräume einsetzt. Ziel ist die Bestimmung eines eigenen weiblichen Subjekts, unabhängig von einer männlichen Norm.

In dieser Theorie wird die Beteiligung von Frauen an Diskriminierungen übersehen. Zudem wird die weibliche Differenz weder begründet noch belegt. Außerdem muss auch die zugrunde gelegte Zweigeschlechtlichkeit in Frage gestellt werden.

Zentral für Gender Mainstreaming ist zum einen die aus dieser Theorie stammende Forderung nach geschlechtsspezifischer Sprache: Das bedeutet, Frauen in grammatikalisch weiblicher und Männer in grammatikalisch männlicher Form anzusprechen. Zum anderen kann hier die Geschichte von Frauenbeauftragten und Frauenabteilungen eingeordnet werden. In der Umsetzung von Gender Mainstreaming sollte eine gute Kooperation mit den Frauenbeauftragten stattfinden.

 

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