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Hegemoniale Männlichkeit

Dieses Modell wurde Anfang der 1990er-Jahre vom Soziologen, Pädagogen und Philosophen Robert W. Connell entwickelt. Er geht davon aus, dass hegemoniale Männlichkeit eine gesellschaftliche Strategie darstellt. Diese Strategie beschreibt das zu einer bestimmten Zeit kulturell maßgebliche Deutungsmuster von Männlichkeit.

Mit dieser Deutung wird die gesellschaftliche Machtstellung von Männern legitimiert. Hegemoniale Männlichkeit ermöglicht die Überlegenheit von Männern und die Diskriminierung von Frauen. Das ist möglich, weil die Beschreibung hegemonialer Männlichkeit stets Männer als kraft- und machtvoll beschreibt. Kulturell ist sie so fest verankert, dass die Hegemonie unhinterfragt als normal gilt. Selbst nicht herrschende Gruppen unterstützen dieses Bild aktiv.

Seinem Konzept folgend stellt Connell hegemoniale Männlichkeit in Frage, indem er die Alleinstellung dieser Männlichkeitsform hinterfragt. In seinen Forschungen macht er deutlich, dass kaum ein Mann diesem Bild hegemonialer Männlichkeit entspricht und vielmehr verschiedenste Männlichkeiten gelebt werden. Durch die Benennung dieser Formen kann hegemonialer Männlichkeit der Boden entzogen werden. Wie oft folgen wir Männern, die scheinbar dem Bild hegemonialer Männlichkeit entsprechen? Kann ein nicht so cooler Mann ein guter Betriebsrat sein? Welche Rückmeldungen bekommt er? Welche Männlichkeiten sollen in der Gewerkschaftsbewegung repräsentiert sein? Diese Fragen könnten zu Diskussionen anregen und eine Reflexion der Männlichkeitsbilder einleiten.

 

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