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Dekonstruktion

Dieser Ansatz fand seinen Anfang im französischen Poststrukturalismus (Jacques Derrida) und in seiner feministischen Rezeption u. a. durch Luce Irigaray Anfang der 1970er-Jahre.

Zu einer breiteren Rezeption, auch im deutschsprachigen Raum, kam es durch Judith Butler 20 Jahre später. Derridas Ausgangspunkt bildet seine Kritik am abendländischen Logozentrismus, der zu laufenden Ausschließungen von Identitäten führt. Er entwickelte daher mit der Dekonstruktion eine textuelle Strategie der Aufdeckung von Werten und Normen. Texte werden zerlegt, verschoben und gedeutet, bis sich das Ausgeschlossene erschließt und den Sinn durcheinander bringt.

Mit dieser Strategie können Werte und Normen von Diskursen und ihren sprachlichen Ausdrucksformen bewusst und sichtbar gemacht werden. So werden bei der Maßnahme des Kinderbetreuungsgeldes beispielsweise folgende Vorstellungen deutlich: Ein Kind muss drei Jahre lang zuhause betreut werden, eine Mutter verzichtet mindestens für zwei Jahre auf die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit, ein Vater darf lediglich maximal ein Jahr nicht erwerbstätig sein.

In der Umsetzung von Gender Mainstreaming kann uns dieser Ansatz dabei helfen, der Handlung zugrunde liegende Vorstellungen, Werte und Normen von KollegInnen, Konzeptionen, Angeboten und Maßnahmen zu erfassen und mit ihnen umzugehen.

 

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