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Gender Mainstreaming in Unternehmen

Viele österreichische und internationale Unternehmen bekennen sich zur Gleichstellung von Frauen und Männern und setzen verschiedenste kreative Maßnahmen zur Umsetzung. Sie haben längst erkannt, dass gendergerechte Arbeitsbedingungen für eine höhere MitarbeiterInnenzufriedenheit sorgen, qualitativ bessere Ergebnisse ermöglichen und der gesamten Organisation neue Chancen in ihren Produkten und in ihrem Image bieten.

Oft werden diese Aktivitäten mit der Überschrift "Equality" oder auch CSR-Corporate Social Responsibility versehen. Die folgenden Beispiele sind zum Großteil der Broschüre "Good Practice in Unternehmen" von gendernow entnommen.

Bewusstseinsbildende Maßnahmen

Die MitarbeiterInnenzeitung der Bank Austria veröffentlicht Statistiken über die Verteilung von Frauen und Männern in allen Organisationseinheiten, die zum Nachdenken anregen sollen. Durch regelmäßige Rundschreiben der Equality-Beauftragten in der BUWOG werden die MitarbeiterInnen und Elternkarenz-KollegInnen über alle Anliegen und Aspekte der Chancengleichheit und Gleichbehandlung informiert.

Bank Austria, BUWOG, Daimler Benz AG, Hewlett Packard und IBM bieten ihren Führungskräften Schulungen hinsichtlich Frauenförderung, geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Chancengleichheit an.

Unternehmen wie Bayer AG Leverkusen, Electricity Supply Board und Siemens AG arbeiten mit Schulen und Arbeitsämtern zusammen, um Mädchen und Frauen in ihre Unternehmen einzuladen.

Xerox und Johnston&Johnston bevorzugen als Zulieferbetriebe Unternehmen, die von Frauen bzw. Angehörigen ethnischer Minderheiten geführt werden.

Betriebsdiagnose

Bei ARAL werden sogenannte harte Daten erhoben, um niedrig qualifizierte Arbeitskräfte in traditionellen Frauenberufen gezielt zu fördern. So werden Mitarbeiterinnen, die für einen bestimmten Zeitraum im Schreibdienst gearbeitet haben, Chancen eröffnet, sich zur Sacharbeiterin zu qualifizieren.

IBM definiert jährlich quantitative Zielvorgaben zur Erhöhung des Frauenanteils durch die Geschäftsleitung.

Personalgewinnung, Personalauswahl

Johnston&Johnston bevorzugt bei gleicher Qualifikation Frauen und Angehörige ethnischer Minderheiten bei der Bewerbung. Die Förderung von Frauen und ethnischen Minderheiten bezieht sich sowohl auf die eigenen MitarbeiterInnen als auch auf die LieferantInnen und AbnehmerInnen. So versucht die Firma J&J ihre Marktlage zu nutzen, um Gleichstellung, Vereinbarkeit von Berufs-, Familien- und Privatleben und Diversität global zu verbreiten.

Neckermann Versand Österreich hat durch gezielte Einstellung von Frauen in Führungspositionen erreicht, dass 50 Prozent aller Schlüsselpositionen mit Frauen besetzt sind. Außerdem gibt es im Unternehmen ein umfassendes Programm zur leichteren Vereinbarkeit von Berufs-, Familien- und Privatleben.

In Aufnahmegesprächen der BUWOG unterbleiben elterndiskriminierende Fragestellungen (Familienplanung). Zum Hearing wird die Equality-Beauftragte beigezogen.

Die Bank Austria entwickelte ein transparentes Karrieresystem und informiert alle MitarbeiterInnen über neue Personalauswahl- oder Personalentwicklungsinstrumente.

Interne BewerberInnen - insbesondere KarenzrückkehrerInnen - haben bei Hewlett Packard prinzipiell Vorrang vor Neueinstellungen.

Bei der deutschen Firma Wilhelm Weber GmbH haben Teilzeitbeschäftigte die gleichen Aufstiegschancen wie Vollzeitbeschäftigte.

Die britische Gewerkschaft hat festgestellt, dass in der Elektroindustrie an sogenannte "weibliche" Berufe wie Telefonistin oder Buchhalterin die gleichen Anforderungen gestellt werden wie an "männliche" Berufe wie Lagerverwalter oder Zählerableser. Vor diesem Hintergrund wurden Lohn-/Gehaltserhöhungen für über 10.000 Beschäftigte erreicht.

Karriereplanung und Weiterbildung

VW, ARAL und MBB starten eine Qualifizierungsoffensive, um Frauen bei der Planung ihres Aufstiegs in einen FacharbeiterInnenberuf zu unterstützen.
Im AMS wurde ein Seminarangebot zur Laufbahnplanung für alle Hierarchieebenen entwickelt.

Die Schweizerische Kreditanstalt achtet bei der Karriereplanung von Frauen vor allem darauf, dass Frauen mit verschiedensten Lebensbedingungen aufgenommen werden, zielt auf eine multikulturelle Zusammensetzung der Belegschaft ab und geht auf die speziellen Bedürfnisse älterer MiitarbeiterInnen ein.

Lufthansa, Commerzbank, Deutsche Bank und Deutsche Telekom AG arbeiten mit Mentoringprogrammen zur Förderung von Frauen.
Migros und Inzersdorfer berichten, dass Migrantinnen Förderungsmaßnahmen, z. B. Karriereförderung, kaum in Anspruch nehmen, und zwar auch dann nicht, wenn diese mit Sprachkursen verbunden sind. Migros bietet deshalb 50 Prozent der Fördermaßnahmen von Migrantinnen in der Arbeitszeit an.

Unterstützung bei der Kinderbetreuung

Wüstenrot fördert kommunale Einrichtungen wie kostengünstige Kinderkrippen und Ganztageskindergärten. Vier Frankfurter Dienstleistungsunternehmen haben nach einer Bedarfserhebung gemeinsam eine überbetriebliche Kindertagesstätte für drei Gruppen von jeweils 15 Kindern eingerichtet. Die Drägerwerk AG organisiert Mittagessen von Eltern und Kindern im Betrieb und regelmäßige Elterntreffen.

Karenz und Wiedereinstieg

Hewlett Packard Österreich verpflichtet die Personalverantwortlichen zu einem Abschlussgespräch mit den MitarbeiterInnen vor deren Karenzantritt. Außerdem wird vierteljährlich eine aktualisierte Liste von karenzierten MitarbeiterInnen für die jeweiligen Vorgesetzten erstellt und einige Monate vor Ablauf der Karenz Kontakt mit den Karenzierten aufgenommen.

Adler Apotheke und Kräuter-Reformhaus Wurzelsepp: Eltern können während der Karenz an Weiterbildungen und Firmenveranstaltungen teilnehmen und auch kurzzeitig für Urlauberinnen einspringen. Der Wiedereinstieg wird mit Seminaren, Karriereplanung und flexibler Arbeitszeit unterstützt.

Die Drägerwerk AG führte eine Kampagne zur Ermutigung der männlichen ArbeitnehmerInnen durch, die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung in Anspruch zu nehmen.

Pro Mente Oberösterreich informiert über und ermutigt zu Väterkarenz.

Arbeitszeit

Ein hoher Anteil von Teilzeitbeschäftigten wird in der Versicherungskanzlei Assialpina nicht als Schwäche, sondern als Stärke des Unternehmens gesehen; zwei Führungskräfte arbeiten Teilzeit.

Wüstenrot bietet sehr flexible Arbeitszeiten an und kommt damit dem Wunsch von Frauen und Männern nach.

Srukturelle Verankerung / Betriebskultur

Firmen wie Bank Austria, IBM, OMV, Siemens AG und viele andere haben längst die Gleichstellung von Frauen und Männern, Angehörigen ethnischer Minderheiten, Menschen verschiedensten Alters, verschiedener Religionen und sexueller Orientierungen in ihren Leitbildern verankert.

AMS, BUWOG, IBM, OMV, Siemens AG und viele andere haben Gleichstellungs- oder Equality-Beauftragte, die meist die Geschäftsführung beraten, in Projektgruppen tätig sind und zahlreiche Maßnahmen planen.

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